 |
 |
 |
Informationen Hypnose und Hypnotherapie
|
|
|
|
Übersicht
|
Informationen zur Hypnotherapie Milton Erickson Missverständnisse Hypnotherapeutenliste American Board of Hypnotherapy (ABH) Geschichten Metaphern Timline-Therapie Anerkennung der Hypnose
|
|
|
Was ist das eigentlich, Hypnose?
|
Es gibt zahlreiche verschiedene Möglichkeiten Hypnose zu definieren. Ebenso zahlreich sind die unterschiedlichen Ansätze und Herangehensweisen innerhalb der Hypnosepraxis. Eigentlich müsste man also eher im Plural von Hypnose sprechen, in der Mehrzahl, denn Hypnose ist nicht gleich Hypnose! Verfahren, die in einer Hypnoseshow angewendet werden bewirken eine andere Art von Trance (passiv/unterwerfend und im Fokus sehr eingeengt, mit geringer eigener Kreativität), als generative Trancezustände, wie wir sie in unseren Ansätzen anstreben. Im Folgenden also einige Definitionen, die unserer Art von generativer Hypnose nahe kommen: Hypnose ist ein mehr oder weniger tief entspannter Zustand, in dem wir Zugang zu unserer tiefen inneren Weisheit und Kreativität bekommen. Körper und Geist sind einerseits entspannt und gelassen, andererseits sehr fokussiert. Man könnte das vergleichen mit der konzentrierten Spannung eines guten Bogenschützen, der, obwohl gespannt, gleichzeitig vollkommen ruhig und gelassen ist. Wäre er zu angespannt, würde er sein Ziel verfehlen; wäre er zu entspannt, ginge das auch nicht. Bei einer Hypnose ist eine positive Wechselbeziehung, der Rapport, zwischen Therapeut und Klient äußerst wichtig. Man bezeichnet den hypnotischen Zustand auch als Trance. Aber auch hinsichtlich Trance/hypnotischem Zustand, gibt es nicht die Trance schlechthin. Auch hier wäre es eigentlich hilfreicher in der Mehrzahl zu sprechen, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten und Intensitäten von Trance. Auch wenn jemand sich in einem Problem erlebt, kann man das als Trance bezeichnen, aber eben als eine er unerwünschte negative Trance, eine Problemtrance. Der Zustand einer Trance kann ganz unterschiedlich tief sein, wobei die Tiefe der Trance nicht entscheidend für den Erfolg und die Qualität der Arbeit ist. In der Trance ist das Unterbewusstsein besonders empfänglich für positive Gedanken und Suggestionen des Therapeuten (aber eben genauso - in der "Problemtrance" - für negative Selbst- und Fremdsuggestionen). Im Zustand der Trance können Dinge wieder erinnert werden, die vergessen wurden, alte Muster und Verhaltensweisen aufgedeckt und erlöst werden, positive Alternativen kreiert werden und vieles mehr. Trancearbeit kann eine große Hilfe sein, seine Potentiale und inneren Kraftquellen zu erkennen und zu erwecken. Bei der Hypnotherapie werden mit Hilfe des Unterbewusstseins positive und kreative Lösungen gesucht und gefunden, die in der für den Klienten jeweils angemessenen Zeit in sein Bewusstsein und sein Leben integriert werden. Ein guter Hypnotherapeut arbeitet nie überlagernd und zudeckend, sondern kreativ ursächlich, ziel- und lösungsorientiert. Hier zwei Beispiele: Es ist wenig sinnvoll und kaum Erfolg versprechend, einen Raucher mit der Suggestion zu behandeln „Rauchen ist dir künftig völlig gleichgültig“. Solche Affirmationen werden auch als Autosuggestionen verwendet und funktionieren nur selten! Das Suchtverlangen wird überdeckt und dem Glaubenssatz des Rauchers „Ich brauche Rauchen, um mich wohl zu fühlen usw.“ wird lediglich ein weiterer hinzugefügt, der das Gegenteil behauptet. Was wird der Betroffene wohl eher glauben? Was passiert, wenn ich einen faulen Apfel mit vielen gesunden zudecke? Außerdem wird das Wort Rauchen mit jeder Wiederholung nur noch mehr ins Gehirn eingebrannt, weil dieses negative Formulierungen nicht direkt verarbeiten kann. Wenn ich Ihnen sage, stellen Sie sich jetzt bitte keinen roten Ball vor!, was passiert? Genau, Ihr Gehirn liefert Ihnen sofort das Bild oder zumindest eine Vorstellung von einem roten Ball. Welch ein Wunder, wenn der angehende Nichtraucher immer wieder rückfällig wird! Genauso wenig bringt es, jemandem, der unter Ängsten leidet, zu suggerieren „ich bin mutig“, oder gar „ich habe keine Angst mehr“. Das kann der sein ganzes Leben lang vor sich hinsagen, oder der Therapeut ihm suggerieren, und wird nicht den Erfolg haben, den er sich wünscht. Hierbei geht es nicht nur um die Vermeidung von negativen Formulierungen! Das Ganze geht schnell völlig an der Sache vorbei und ist viel zu oberflächlich. Deshalb ist auch falsch verstandener Umgang mit dem so genannten positiven Denken oft so fruchtlos, weil es die Ursachen des negativen Denkens und die tiefsten inneren Wünsche und Ziele des Betroffenen nicht wirklich berücksichtigt. Es fehlt die Verbindung mit dem Herzen. Der Therapeut der Ericksonschen Hypnotherapie und Hypnose führt das Unterbewusstsein dahin, auf kreative Weise selbst nach Lösungen und Alternativen zu suchen. Diese befinden sich dann wirklich im Einklang mit den innersten Wünschen, Zielen und Fähigkeiten des Klienten. Die positive Absicht des Teils, der für das Fehlverhalten, die Schwierigkeiten oder Fehlfunktionen verantwortlich ist, wird respektiert und gezielt in den Prozess einbezogen. Alle Lösungen werden direkt vom Unterbewusstsein auf ihre Brauchbarkeit und „Ökologie“ hin überprüft. Sie müssen mindestens genauso gut oder besser als das bisherige Verhalten geeignet sein, diese positive Absicht zu erfüllen. Und wenn der Rapport, das positive Verhältnis zwischen Klient und Therapeut stimmt, wird das Unterbewusstsein auch gern alle ihm übertragenen Aufgaben erfüllen! Durch die kreative Lösung, die das Unterbewusstsein des Klienten selbst vornimmt, kann es zu keiner Symptomverschiebung kommen. Alles was die Hypnose bewirkt, ist nichts, was der Therapeut erzeugt, sondern was sich letzten Endes der Klient selbst gibt! Der Therapeut hilft lediglich den Raum zu schaffen, in dem das möglich wird. Dabei braucht der Klient, je nach Thema und der jeweiligen Methode, meist zunächst selbst gar nichts mit seinem Bewusstsein zu tun, weil das Unterbewusstsein diese Arbeit für ihn macht, während seine Gedanken vielleicht ganz andere Wege gehen. Das Unterbewusstsein integriert die Veränderungen genau in der Zeit und in dem Maße in das Leben und lässt sie gegebenenfalls in das Bewusstsein kommen, wie es für den Klienten angemessen und richtig ist. Immer wird dem Unterbewusstsein/dem Klienten diese Freiheit gelassen. Eine weitere sehr effektive Möglichkeit der Hypnotherapie mit einem großen Wirkungsspektrum sind verschiedene analytische Ansätze in Hypnose. Dabei können durch Rückführungen vergangene Schlüsselerlebnisse bewusst aufgearbeitet und erlöst werden. Es gibt Verfahren, die sich mehr an der Tiefenpsychologie orientieren, andere weniger.
Noch ein wichtiger Hinweis: Der Hypnotherapeut kann nichts tun, den Klienten zu nichts bewegen, was gegen dessen Ethik verstößt oder was im Zusammenhang mit dem gegebenen Kontext unangemessen wäre. Was das anbelangt, bekommt der Klient alles mit, selbst in tiefster Trance, genauso, wie er augenblicklich wieder voll in die Gegenwart käme, sobald irgendeine Gefahr drohen würde.
|
|
|
nach oben
|
|
|
Was ist Hypnose und was Hypnotherapie?
|
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Hypnose und Hypnotherapie?
Zunächst einmal gar keiner. Die beiden Ausdrücke, Hypnose und Hypnotherapie oder auch Hypnosetherapie werden synonym (gleichbedeutend) gebraucht. Andererseits ist nicht jede Hypnose eine Hypnotherapie; es könnte sich ja zum Beispiel auch um eine Bühnenshow handeln. Hypnotherapie ist also die therapeutische Anwendung der Hypnose (auch Heilhypnose oder kreative Heilhypnose genannt).
Hinsichtlich Trance und Hypnose kann man noch unterscheiden: Hypnose ist die Anwendung eines Trancezustandes (eines hypnotischen Zustandes) zur Erreichung eines Zweckes. Dabei ist eines der wesentlichen Kennzeichen der Rapport (das gegenseitige positive Verhältnis und die positive wertschätzende Interaktion) zwischen Hypnotisanden und Hypnotiseur. Das heißt, der hypnotisierte Mensch folgt in der Hypnose den Vorschlägen des Menschen, der ihn durch diese Trance leitet.
Die Unterscheidung von Hypnose und Hypnotherapie hat also nichts damit zu tun, mit welchem Verfahren der jeweilige Therapeut arbeitet, ob er direktiver arbeitet, oder eher indirekt/permissiv, ob er vorwiegend mit tiefen Trancezuständen arbeitet oder mit leichteren, oder aufdeckend ursächlich oder ganz anders. Ich persönlich ziehe für die therapeutische Arbeit den Begriff Hypnotherapie vor, weil er eindeutiger den therapeutischen Aspekt betont, und weil er nicht so sehr durch Vorurteile und falsche Vorstellungen geprägt ist wie der Begriff Hypnose.
|
|
|
nach oben
|
|
|
Wofür kann Hypnotherapie eingesetzt werden?
|
Typische Anwendungsgebiete der Hypnose sind:
|
|
|
 |
Entspannung |
 |
Wellness, Wohlbefinden und Erholung |
 |
Potentiale und innere Kraftquellen erwecken und erkennen |
 |
Steigerung von Motivation und Selbstvertrauen |
 |
Veränderung physiologischer Prozesse (Entspannung, Kreislauf etc.) |
 |
Psychisch/seelische Unterstützung bei körperlichen Krankheiten |
 |
Aktivierung und Nutzung von unbewussten hilfreichen Erfahrungen |
 |
Aus alten Erfahrungen Neues lernen |
 |
Rückführungen (Zurückverfolgen von belastenden Schlüsselszenen im Leben) sowie Past Life-Arbeit (Rückführung in vergangene Leben) |
 |
Symptomtransformation und Reframing (Umwandlung und Neubewertung von Symptomen und Erfahrungen) |
 |
Untersuchung und Veränderung von gewohnten Schemata (Denken, Wahrnehmung, Motorik) |
 |
Änderung unerwünschter Angewohnheiten (Nägelkauen, Rauchen etc.) |
 |
Behandlung von Schmerzzuständen, Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden (Kopfschmerzen, Asthma, Bluthochdruck etc.) |
 |
Angstbewältigung |
 |
Verbesserung des Immunsytems |
 |
Unterstützung bei der Heilung körperlicher Beschwerden |
 |
Stress Management |
 |
Unterstützung von Gewichtsabnahme |
 |
Behebung von Aufschieberitis, Prüfungsangst etc. |
 |
Vorbereitung und Begleitung von Schangerschaft und Geburt |
|
|
|
Verbreitete Anwendung findet Hypnose auch im Bereich verschiedener körperlicher Beschwerden. Zum Beispiel:
|
|
|
 |
verschiedenen psychosomatische Beschwerden |
 |
Unterstützung bei Wunsch nach Schwangerschaft |
 |
Begleitung und Erleichterung von Schwangerschaft und Geburt (Hypnobirthing) |
 |
Schmerzen |
 |
Hautproblemen |
 |
Allergien |
 |
Reizdarm |
 |
Essstörungen |
|
|
|
nach oben
|
|
|
Was sind Trance-Phänomene?
|
Als hypnotische- oder Trancephänomene bezeichnet man eine Reihe von Erscheinungen, die häufig im Zustand der Hypnose auftreten.
Amnesie ist das Vergessen von Gedächtnisinhalten. Oft vergessen Klienten nach der Sitzung Inhalte aus der Trance. Das wirkt dann für den Laien so, als habe dieser Mensch nicht mitgekriegt, was in der Trance geschehen ist. Das ist aber nicht der Fall, wie wir oben bereits gesehen haben; sie haben sie nur vergessen, könnten diese Erinnerungen aber jederzeit in Trance mit der Unterstützung des Therapeuten wieder hervorholen.
Hypermnesie ist ein erheblich verbessertes, übersteigertes Erinnerungsvermögen. Sie erinnern sich wieder an Dinge, die Sie vergessen hatten oder nie bewusst wahrgenommen haben. Das ist eine überaus brauchbare Sache in der Therapie, wenn es darum geht aufdeckend zu arbeiten, um unbewusste Traumata (Verletzungen, schlimme Erfahrungen) der Vergangenheit zu bearbeiten und aufzulösen.
Halluzinationen, positive wie auch negative. Unter positiven Halluzinationen versteht man die Fähigkeit Dinge wahrzunehmen, die nicht vorhanden sind, und als negative Halluzination bezeichnet man es, wenn Dinge die vorhanden sind nicht mehr wahrgenommen werden. Halluzinationen kann man mit allen Sinnen erleben, also visuell (sehen), auditiv (hören), kinästhetisch (Körperempfinden) sowie auch hinsichtlich Riechen und Schmecken (olfaktorisch und gustatorisch.
Zeitverzerrung bedeutet, dass die subjektiv empfundene Zeit einem kürzer oder länger vorkommt als die wirklich vergangene Zeit. Eine Trance von einer Stunde Länge kann einem so vorkommen, als wäre erst eine viertel Stunde vergangen oder umgekehrt.
Altersregression heißt in seinem Empfinden und Erleben in frühere Zeiten zurückversetzt sein, zum Beispiel Kindheit. - Sehr praktisch für die Therapie in Verbindung mit Hypermnesie.
Derealisationen ist es wenn Ihnen die Umwelt oder Teile davon, oder Sie selbst, oder Teile von Ihnen wie fremd vorkommen: irgendwie ist das gar nicht meine Hand!
Anästhesie (einschließlich Analgesie). Empfindungslosigkeit beziehungsweise Schmerzlosigkeit (Analgesie). Ein Teil des Körpers verliert sein übliches sensibles Empfinden und wird taub und unempfindlich. Diese Phänomene können in tiefen Trancezuständen so stark sein, dass man eine Person sogar ohne Schmerzen (und ohne chemische Betäubungsmitte ) operieren kann.
Ideodynamische Prozesse sind unwillkürliche Vorgänge, die nicht vom Bewusstsein gesteuert werden, sondern vom Unbewussten. Sie gehören zu den wichtigsten Phänomenen der therapeutischen Hypnose überhaupt! Aus der Unwillkürlichkeit steigen die wichtigen Erinnerungen, Bilder und Vorstellungen auf, die dem Klienten helfen sein Problem zu lösen. Zu den recht oft benutzten ideodynamischen Prozessen gehören so genannte ideomotorische Signale, die der Kommunikation mit dem Unbewussten dienen. Das können zum Beispiel Signale für Ja und Nein sein, die durch ein leichtes (aber unwillkürliches) Nicken oder Schütteln des Kopfes oder durch das Heben von unterschiedlichen Fingern ausgedrückt werden.
Katalepsie. Ebenfalls unwillkürlich hervorgerufener Zustand von Teilen des Körpers oder sogar des ganzen Körpers. Ein typisches Beispiel ist die so genannte Armlevitation, bei der sich nach Aufforderung durch den Therapeuten oder spontan ganz von selbst ein Arm beginnt zu heben und in der Luft zu schweben. Der Arm besitzt dann eine ganz eigene Steifigkeit (wächserne Biegsamkeit), die durch einen vollkommen ausgeglichenen Muskeltonus (ausgeglichenen Spannungszustand der Muskeln) hervorgerufen wird. Der Arm ist dann nicht, oder fast nicht zu beugen. Auf die gleiche Weise können Katalepsien in allen Gliedmaßen auftreten. In der Show-Hypnose ist teilweise die Kataleptische Brücke sehr beliebt, bei der der ganze Körper steif wird und dann über zwei Stühle gelegt wird. Verfährt man dabei vorsichtig und legt die Unterschenkel auf der einen Seite und die Schultern auf der anderen Seite auf einen Stuhl, so ist das bei Menschen mit gesundem Rücken absolut ungefährlich. (Auf keinen Fall sollte man den Kopf und die Füße als Einziges auflegen, oder sich sogar noch jemanden auf den Körper dieser Person setzen lassen!). Katalepsien lassen sich bei vielen Menschen bereits in leichten oder mittleren Trancezuständen erzeugen.
|
|
|
nach oben
|
|
|
Ich bin dann mal weg...?
|
Der Hypnotherapeut macht und ich brauche selbst nichts zu tun?
Das war und ist in der klassischen direktiven und autoritären Hypnose oft der Fall. Für die modernen Therapeuten der Ericksonschen Tradition ist Hypnose aber ganz wesentlich ein aktiver Kooperationsprozess zwischen Klient und Therapeut. Der Klient kennt sich schließlich selbst am Besten und nach der Vorstellung der humanistischen Psychotherapie besitzt er alles was er braucht, um sein Problem zu lösen. Manchmal brauchen wir nur einen Führer, der uns dabei hilft, unsere inneren Ressourcen wirklich zu aktivieren. Auf diese Weise entwickelt der Klient seine eigene, ganz spezifische und individuelle Lösung für seine Themen. Wie aktiv der Klient dabei im Einzelfall ist, kommt auf verschiedene Faktoren an: Thema der Sitzung, Eigenart des Klienten, angewandte Methode und so weiter. Dabei kann es dann Sitzungen geben, in denen der Klient sehr aktiv in den Sinne ist, dass er erzählt, was gerade geschieht und vorgeht, oder mit ideomotorischen Signalen (siehe oben) kommuniziert, oder es kann Sitzungen geben, in denen die Mitarbeit eher ein innerer Prozess ist, bei dem vorwiegend der Therapeut spricht.
Weitere Informationen zu verbreiteten Missverständnissen und Vorurteilen zur Hypnose finden Sie hier.
|
|
|
nach oben
|
|
|
Da wird einem etwas eingeredet?
|
Eine verbreitete falsche Vorstellung über Hypnose ist die, dass einem da etwas eingeredet, eben suggeriert wird. Nach dieser Vorstellung wird der Klient in eine tiefe Trance versetzt, kriegt möglichst von nichts mehr etwas mit, und dann redet der Therapeut ihm Dinge aus, die ihm schaden und Dinge ein, die ihn (hoffentlich) fördern. So stellen es sich leider immer noch viele Leute vor, und in der Tat hat man früher in der klassischen direktiven und autoritären Hypnose so gearbeitet (die, ich kann es nur wiederholen, bedauerlicher Weise auch heute wieder verstärkt ihre Anhänger findet). Man könnte sie zudeckende Suggestionsverfahren nennen. Tatsächlich arbeitet aber so plump heute wohl hoffentlich kaum noch ein Therapeut (sonst hat er Prügel verdient, ehrlich!), denn das funktioniert nicht sehr zuverlässig, ist selten dauerhaft, und für viele Probleme absolut ungeeignet. Die Folge kann eine schlimme Symptomverschiebung sein, das heißt, es treten andere Probleme auf, die mitunter noch schlimmer sein können. Sie wissen doch, was passiert, wenn man den Dreck immer unter den Teppich kehrt, oder wenn man die faulen Äpfel mit frischen zudeckt, oder?
Leider hat das deutsche Wort Suggestion beziehungsweise suggerieren einen sehr negativen Beigeschmack, eben im Sinne von etwas einreden, was man eigentlich nicht glaubt. Die englische Bedeutung des Wortes Suggestion kommt dem hypnotherapeutischen Gebrauch viel näher. Im Deutschen würde man das nämlich mit Vorschlag übersetzten. „May I make you a suggestion?“ – „Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen?“ Und einem Vorschlag kann ich folgen oder ich kann es lassen, oder? Ein Klient kann also in Trance einer Suggestion, einem Vorschlag des Therapeuten folgen oder nicht. So macht ein geschickter Therapeut dem Klienten verschiedenste Angebote, die der Klient dann befolgen wird, wenn sie für ihn (vorwiegend auf unbewusster Ebene) irgendwie Sinn machen, nützlich oder angenehm sind. Manche mögen Suggestionen sein in Trance zu gehen, oder die Trance zu vertiefen, andere regen unbewusste Suchprozesse an, um Ursachen und Lösungen zu finden. Wieder andere Suggestionen schlagen dem Klienten vielleicht auch direkt eine bestimmte Heilung oder Änderung seines Verhaltens vor. Nur ausschließlich sollte der verantwortungsvolle Therapeut mit letzteren nicht arbeiten. Und der geschickte Hypnotherapeut kennt natürlich Methoden, mit denen er es dem Klienten erleichtert, seine Suggestionen anzunehmen und ihnen zu folgen (zum Beispiel durch so genannte hypnotische Sprachmuster, die dazu geeignet sind den bewussten Widerstand des allzu kritischen Verstandes zu umgehen und sich direkt an das Unbewusste richten).
Weitere Informationen zu verbreiteten Missverständnissen und Vorurteilen zur Hypnose finden Sie hier.
|
|
|
nach oben
|
|
|
Autoritär-direktiv versus indirekt-permissiv
|
Was sind denn eigentlich direkte, autoritäre, indirekte und permissive Verfahren und Suggestionen?
Direkte autoritäre Suggestionen sind zum Beispiel solche: „Schließen Sie Ihre Augen, setzten Sie Ihre Füße parallel auf den Boden und entspannen Sie sich! Beobachten Sie nun Ihren Atem, und mit jedem Atemzug werden Ihre Augen schwerer und schwerer. Lassen Sie es geschehen und gehen Sie in eine tiefe Trance!“ Sie kriegen genau und ohne Umschweife gesagt, was Sie tun sollen.
Daneben gibt es auch verschiedene Arten von indirekten Suggestionen, zum Beispiel indem Ich Sie frage: „Können Sie Ihre Augen schließen?“ Oder: „Kennen Sie das, wie schwer Augen manchmal werden können? Wenn man müde ist, fällt es einem oft sehr schwer sie offen zu halten, nicht wahr, und ich frage mich, ob Sie sich an ein solches Erlebnis erinnern können, mit solchen Augen, mit solcher Schwere. Und vielleicht spüren Sie bereits, wie angenehm schwer und müde Ihre Augen auch jetzt wieder beginnen können zu werden, sodass Sie sie lieber schließen möchten, weil Sie wissen, wie angenehm das ist, nicht wahr?“ Diese Reihe von Suggestionen ist nicht nur indirekt – ich habe Ihnen nie direkt gesagt, dass Sie dies oder jenes tun sollen, oder? – sie sind auch permissiv, das heißt erlaubend. Sie können selbst entscheiden, ob sie diesen indirekten Einladungen folgen wollen oder nicht. Das stimmt zumindest bis zu einem gewissen Grade, denn in Wirklichkeit werden Sie mit ziemlicher Sicherheit einigen der subtilen Vorschläge gefolgt sein: Sie haben vermutlich nicht Ihre Augen geschlossen, während Sie dies gelesen haben, aber vermutlich hat ihr Unbewusstes Sie gleich mit Erinnerungen an schwere und müde Augen belohnt und vielleicht haben Sie sogar die Schwere und Müdigkeit spüren können. Milton Erickson drückte das gerne etwa so aus: Ich brauche Menschen nicht direkt zu sagen, sie sollen sich an ein angenehmes Erlebnis in ihrer Kindheit erinnern, nein, ich brauche Ihnen nur von angenehmen Erinnerungen aus meiner Kindheit erzählen, und dadurch werden sie automatisch an Ihre eigenen denken! Das sind indirekte und permissive Suggestionen und Ansätze, und die haben sich in bei vielen Menschen und in mancherlei Hinsicht als viel wirkungsvoller herausgestellt. Unter anderem fordern sie nicht so sehr wie direkte autoritäre Methoden den Widerstand heraus.
|
|
|
nach oben
|
|
|
Wissenschaftliche Anerkennung
|
Hier finden Sie einen interessanen Artikel von Prof. Dr. Dirk Revenstorf zur wissenschaftlichen Anerkennung und Effektivität der Hpnose.
|
|
|
Weitere Informationen zur Hypnotherapie
|
Sie möchten noch mehr Informationen über Hypnose und interessieren sich für hypnotische Sprachmuster im Alltag? Dann ist unsere Ausbildung in Ericksonscher Hypnotherapie vielleicht interessant für Sie!
Mehr über Missverständnisse und Vorurteile gibts im Kapitel Fragen, Missverständnisse und Vorurteile
Sehr informativ ist auch das Gratis E-Buch von meinem schweizer Kollegen Dr. Hans-Peter Zimmermann. Auf der Homepage gibt es zahlreiche weitere Tipps und Informationen zu Therapie, Lebenshilfe und Business.
|
|
|
nach oben
|
|
|
(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten |
|
Diese Seite drucken
|