inhypnos
10 Jahre Ausbildungskompetenz

Missverständnisse

Es gibt wohl nur wenige Therapeutische Verfahren, die mit so viel Vorurteilen und Missverständnissen belastet sind wie die Hypnose. Das liegt zum Einen an den vielen falschen Eindrücken, die in spannenden Filmen und bei der Show-Hypnose erweckt werden, zum Anderen daran, dass die Phänomene, die in einem hypnotischen Zustand, der Trance auftreten können, vielen Menschen so schwer verständlich erscheinen. Dabei kennen wir sowohl den Zustand von Trance, als auch all diese Phänomene aus dem Alltag. Sie werden nur bei einer Hypnose gezielt verstärkt und genutzt.

Sie finden hier einige Antworten auf häufige Fragen und Missverständnisse in Verbindung mit dem Begriff Hypnose.

 

Ausführlich behandeln wir das Thema Missverständnisse in unserem Artikel „Missverständnisse und Vorurteile über Hypnose".

Hypnose ist wie tiefer Schlaf - Man kriegt nichts mehr mit

Hypnose hat genau genommen nichts mit Schlaf zu tun, auch wenn es meistens ein sehr entspannter Zustand ist und es teilweise gewisse Ähnlichkeiten gibt. Aber es gibt genauso viele Unterschiede. Auf jeden Fall ist Hypnose nicht Schlaf. Der hypnotische Zustand gleicht eher dem Übergang zwischen Schlafen und Aufwachen beziehungsweise Einschlafen. Die Fachleute nennen das den hypnagogen Zustand.

Man wird zum willenlosen Werkzeug

Für alle Suggestionen gilt, dass sie nur dann angenommen werden, wenn sie für die Person auf irgendeine Weise angenehm, akzeptabel und zieldienlich sind. Das gilt besonders für Suggestionen zur Erzeugung von hypnotischen Phänomenen, wie zum Beispiel Halluzinationen. Eine hohe Motivation wie sie zum Beispiel Patienten mit starken Schmerzen haben, ist dabei zusätzlich förderlich. Natürlich besitzt der geschickte Hypnotiseur/Hypnotherapeut eine ganze Reihe von Möglichkeiten dem Klienten/seinem Unbewussten Dinge „schmackhaft“ zu machen (das kennen wir ja auch aus der Werbung, oder?). Schließlich geht es darum, ein hinderliches kritisches Denken eher zu umgehen und dadurch die Kreativität des Unbewussten nutzen zu können.

Man enthüllt Geheimnisse, die man lieber für sich behalten würde

Niemand enthüllt in einem hypnotischen Zustand Dinge, die er wirklich für sich behalten möchte oder sollte. Das geht im Wesentlichen schon aus den vorangegangenen Abschnitten hervor. Sie können in Hypnose sogar lügen – bewusst oder unbewusst! Allerdings ist es das Ziel der Hypnose, den übermäßig kritischen Verstand zu umgehen und Zugang zu hilfreichen unbewussten Dingen zu bekommen und unwillkürliche Prozesse (zum Beispiel das assoziative Aufsteigen von inneren Bildern) zu fördern. Das bedeutet natürlich auch, dass Sie vielleicht weniger kritisch dem gegenüber sind, was Sie dem Menschen, der Sie durch die Hypnose leitet, mitteilen. Das ist nicht zuletzt ein Zeichen und eine Frage von Vertrauen. Ohne Vertrauen und ein harmonisches Zusammenwirken (Rapport) ist keine wirkungsvolle hypnotherapeutische Arbeit möglich. 

Nur geistig schwache und gutgläubige Menschen kann man hypnotisieren

Zunächst einmal ist der Ausdruck „jemanden hypnotisieren“ oder „hypnotisiert werden“ nicht ganz glücklich, weil er nicht das wiedergibt, was sich während einer Trance abspielt, zumindest nicht in einer modernen kooperativen Trancearbeit, wie sie zum Beispiel von dem amerikanischen Psychiater Milton H. Erickson entwickelt und gelehrt wurde, und die von inhypnos vertreten und gelehrt wird.

Meistens ist das Gegenteil der Fall: Menschen die geistig rege, wach und intelligent sind, sind die besseren „Trance-Medien“, das heißt, sie gehen leichter in Trance und sind besser in der Lage, die Trancearbeit für sich zu nutzen. Was aber besonders nützlich und förderlich ist – unabhängig von Intelligenz – ist die grundsätzliche Bereitschaft, eine gewisse offene Neugierde und die Fähigkeit, sich Dinge imaginativ vorzustellen.

Ich glaube nicht, dass man mich hypnotisieren kann

Das ist richtig! Niemand kann Sie hypnotisieren, wenn Sie nicht die grundsätzliche Bereitschaft dazu haben. Und auch dann ist es nicht so, dass jemand von außen etwas mit Ihnen machen würde. Ganz gleich, ob es auf eher indirekte, permissive Weise oder eher autoritär/direktiv geschieht: das Entstehen eines hypnotischen Zustandes (Trance) ist etwas, was sich aus dem Klienten heraus ganz eigenständig entfaltet.

Hypnose, besonders therapeutische Hypnose, ist ein kooperativer Prozess zwischen dem Therapeuten und dem Klienten. 

Ich bin dann mal weg ...?

Der Hypnotherapeut macht und ich brauche selbst nichts zu tun? – Ein verbreitetes Missverständnis über Hypnose. Das war in der früheren klassischen direktiven und autoritären Hypnose oft der Fall und ist es bei manchen Ansätzen (die aus unserer Sicht eher als steinzeitlich anzusehen sind) immer noch. Für die modernen Therapeuten der ericksonschen Tradition ist Hypnose aber ganz wesentlich ein aktiver Kooperationsprozess zwischen Klient und Therapeut.

Da wird einem etwas eingeredet?

Eine verbreitete falsche Vorstellung über Hypnose ist die, dass einem da etwas eingeredet, eben suggeriert wird. Nach dieser Vorstellung wird der Klient in eine tiefe Trance versetzt, kriegt möglichst von nichts mehr etwas mit, und dann redet der Therapeut ihm Dinge aus, die ihm schaden und Dinge ein, die ihn (hoffentlich) fördern. So stellen es sich leider immer noch viele Leute vor, und in der Tat hat man früher in der klassischen direktiven und autoritären Hypnose so gearbeitet (und manche arbeiten sinngemäß so immer noch). Man könnte solche Ansätze zudeckende Suggestionsverfahren nennen; manche bezeichnen sie als Suggestivhypnose. Sich darauf zu beschränken, funktioniert nicht sehr zuverlässig, ist selten dauerhaft, und für viele Probleme absolut ungeeignet. Die Folge kann eine Symptomverschiebung sein, das heißt, es treten andere Probleme auf, die mitunter noch schlimmer sein können. Sie wissen doch, was passiert, wenn man den Dreck immer unter den Teppich kehrt, oder wenn man die faulen Äpfel mit frischen zudeckt, oder?

Um es auch hier zu wiederholen: die ericksonschen Ansätze der Hypotherapie beruhen zu einem großen Teil in individuell ausgerichteten schöpferischen Prozessen der Kooperation von Therapeut und Klient. 

Und was geschieht dann wirklich bei einer Hypnose?

Also, in Trance gehen (in einen hypnotischen Zustand), das kann wirklich jeder. Das Ganze ist dann aber noch keine Hypnose oder Hypnotherapie. Diese setzt dann ein, wenn wir beginnen, diesen Zustand in irgendeiner Weise zielgerichtet zu nutzen. In der Bühnenhypnose mag das dadurch geschehen, dass der Hypnotiseur die Trance so weit intensiviert, dass der Mensch zum Beispiel Dinge halluziniert, das heißt, Dinge wahrnimmt, die nicht da sind. In der Therapie könnte eine Nutzung der Trance dadurch geschehen, dass wir zu einem Zustand zurückgehen (oder ihn in der Fantasie erschaffen), in dem der Klient gewünschte Eigenschaften bereits einmal erlebt hat und ihn diese mit allen Sinnen erleben lassen und für die Zukunft verfügbar machen. Auf die gleiche Weise ist es möglich, in einem therapeutischen Kontext belastende Erfahrungen aus der Vergangenheit wiederzuerleben (einschließlich vergessener Inhalte) und zu heilen. 

Was ist, wenn ich nicht mehr zurück komme?

Da kann ich Sie beruhigen. Das Zurückkehren aus der Hypnose geschieht genauso natürlich wie das Hineingehen. Meistens wird das durch entsprechende Einladungen durch den Therapeuten eingeleitet. So könnte er zum Beispiel sagen „Ich werde jetzt bis 10 zählen, und dann werden sie die Augen öffnen, frisch ausgeruht sein und sich sehr wohl fühlen. Sie sind dann hellwach, vollkommen wieder hier in dieser Zeit und an diesem Ort.“ Oder er könnte Sie einladen, ganz von selbst zurückzukehren, und dann die Augen zu öffnen. Manchmal werden Sie auch ganz von sich aus die Trance beenden, und in den Wachzustand zurückkehren. Dies kann sogar mitten in einer Arbeit geschehen, und es ist vollkommen in Ordnung. Ein geschickter Therapeut weiß das sogar auszunutzen um die weitere Arbeit noch effektiver zu machen.

Nur sehr tiefe Trancen sind wirklich erfogreich

Diese Ansicht wird heute immer noch, auch von einer ganzen Reihe von Fachleuten, vertreten, aber so ausschließlich ist sie definitiv falsch. Das beweisen die vielen bahnbrechenden Erfolge, die sowohl Milton Erickson, als auch seine zahllosen Nachfolger haben. Dabei hat sich gezeigt, dass man für die meisten therapeutischen Nutzungen lediglich leichte bis mittlere Trancetiefen benötigt. Jede beliebige Trancetiefe lässt sich sowohl mit direkten autoritären Suggestionen, als auch mit indirekten, permissiven (erlaubenden) Methoden erreichen. Erickson entwickelte seine viel subtileren Methoden unter anderem um der Individualität seiner Klienten und Patienten besser gerecht zu werden und konnte dadurch sogar Menschen helfen, die auf direkte autoritäre Suggestionen nicht ansprachen. Wenn es hilfreich ist, lassen sich auch mit ericksonschen Ansätzen sehr tiefe Trancezustände erreichen.

In einer Hypnoseshow habe ich aber gesehen...

Manchmal sieht man in Hypnose-Shows Dinge, die recht spektakulär aussehen. Manche davon mögen für den Nichteingeweihten tatsächlich spektakulär sein, andere sehen nur so aus. Viele Dinge die den ahnungslosen Laien in Begeisterung ausbrechen lassen, haben nicht einmal viel mit Hypnose zu tun. Um jemanden einen Striptease (zumindest bis zu einem gewissen Grad) machen zu lassen oder auf einem Tisch tanzen zu lassen, so zu tun, als säße man hinter dem Steuer eines Autos und ähnliche Sachen, machen viele Menschen auch nach dem zweiten oder dritten Bier mit, ist es nicht so?

Dafür, dass jemand wirklich seinen Willen an den Hypnotiseuren abgegeben hätte und gar nicht mehr anders kann, ist das nicht der geringste Beweis. Jeder der sich im Rahmen einer solchen Show als Freiwilliger oder Freiwillige meldet, sagt im selben Augenblick „ja“ zum Gelingen einer fantastischen Show. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit der Kooperation. Die meisten seriösen Showhypnotiseure weisen sogar deutlich darauf hin, dass die grundsätzliche Bereitschaft zur Mitarbeit wesentliche Voraussetzung ist.

Also Vorsicht! Ich sage damit nicht, dass in einer Hypnoseshow Dinge getürkt werden! Wirklich gute Hypnotiseure vermögen die passenden Menschen auf schnelle Weise in tiefe Trancezustände zu leiten und die verschiedensten Trancephänomene vorzuführen.

Wenn Sie sich mehr für dieses Thema interessieren, können Sie sich unseren Gesamtartikel zu den Missverständnissen über Hypnose herunterladen.

Verbrechen unter Hypnose also nicht möglich?

Ganz so einfach ist es leider auch wieder nicht! Bei geschickter Anwendung mit geschickter Verführung lässt sich Vieles erreichen, aber dazu bedarf es ja nicht einmal der Hypnose, wie wir alle wissen.

Was manchmal (auch für die Hypnotiseure selbst) ein Beweis zu sein scheint, dass ein Mensch in Hypnose tatsächlich gegen seinen Willen zu gefährlichen oder verbrecherischen Dingen gebracht werden könne, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als durchaus fraglich:
Beispiel: Ein Mann wird unter Hypnose dazu gebracht, in einen Behälter mit giftigen Schlangen zu fassen. Seine Äußerung später (nach der Show): Das hätte ich doch nie getan, wenn ich nicht sicher gewesen wäre, das mir hier nichts geschieht! Ich selbst habe mir vor Jahren in einem Zirkus eine riesige Python um den Hals hängen lassen (durchaus nicht in Hypnose). Das habe ich auch nur getan, weil ich mir sicher sein konnte, dass der Künstler alles im Griff hat (eigentlich sind mir Schlangen extrem unsympathisch und ich würde nie freiwille eine auch nur anfassen).

Beispiel: Eine Frau schießt (mit Platzpatronen) auf einen gefährlichen Tiger. Der Tiger ist aber in Wirklichkeit ein Mensch und die Frau hat eine illusionäre Verkennung suggeriert bekommen, sodass sie ihn für ein gefährliches Ungeheuer hält, das sie bedroht. Ein Beweis, dass man mit geschickten Mitteln unter Hypnose einen Mord begehen kann. Mitnichten! Wer so argumentiert, hat die Komplexität des Menschen noch nicht begriffen. George Estabrooks, einer der ganz großen Hypnotiseure zu Beginn und Mitte des letzten Jahrhunderts weist mit Recht darauf hin, dass sich ein wirklicher Beweis nur erbringen ließe, wenn man als Ergebnis wirklich eine Leiche im Experimentierraum (oder auf der Bühne) in Kauf nehmen würde! Warum? Weil Menschen eine unglaubliche Fähigkeit besitzen, an dem Wissen teilzuhaben, das die anwesenden und durchführenden Personen wissen. Nicht umsonst macht man in der Pharmazie Doppelblindstudien, bei denen weder der Arzt noch der Patient wissen, ob ein aktives Präparat oder ein Plazebo verabreicht wurde.

Auf diese Weise lassen sich die meisten scheinbaren Beweise recht schnell entkräften.
Die meisten Vorführungen leben geradezu von dem Mythos Hypnose und einem Bild der Allmächtigkeit der Hypnotiseure. Denken Sie immer daran: Es ist eine Show, und ein solches Benehmen kommt halt meistens gut an, erweckt und festigt aber einen völlig falschen Eindruck. Leider sind manche (oder besser viel zu viele) dieser Vorführungen dabei geradezu erniedrigend und menschenverachtend, aber ich möchte damit keines Falls all Diejenigen diskreditieren, die ihr Showgeschäft seriös und professionell betreiben. Auf jeden Fall ist Show-Hypnose ein Geschäft, das von einer Art Omnipotenzmythos lebt. Durch den ganz besonderen Kontext einer Hypnoseshow wird eine eigene Art von Realität und Wirkung geschaffen.

Aber auch unter den Therapeuten gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die in gewisser Weise dem gleichen Mythos unterliegen und sich selbst gerne als die großen Macher sehen, die anderen Menschen zu Glück, Heilung und Unabhängigkeit verhelfen. Nach meiner Erfahrung ist jeder Egoismus und falscher Stolz in einer Therapie jedoch mehr schädlich als nützlich. Milton Erickson, der bekannte amerikanische Arzt und Hypnotherapeut, drückte das gerne so aus: Der Bühnenhypnotiseur brüstet sich gerne selbst seiner Fähigkeiten und seiner Macht über andere, um zu zeigen, was für ein toller Kerl er ist. – Der gute Hypnotherapeut ermöglicht es den Klienten zu erfahren, was sie selbst für wunderbare Menschen sind und zu welchen Leistungen sie in Wirklichkeit in der Lage sind!

Wie Sie vielleicht erkennen, ist das Ganze ein sehr komplexes Thema und viele Fragen lassen sich eigentlich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten!

Blog zum Thema Verbrechen in Hypnose

Ganz so einfach ist es leider auch wieder nicht! Bei geschickter Anwendung mit geschickter Verführung lässt sich Vieles erreichen, aber dazu bedarf es ja nicht einmal der Hypnose, wie wir alle wissen.

Was manchmal (auch für die Hypnotiseure selbst) ein Beweis zu sein scheint, dass ein Mensch in Hypnose tatsächlich gegen seinen Willen zu gefährlichen oder verbrecherischen Dingen gebracht werden könne, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als durchaus fraglich.

Auch hier verweisen wir auf unseren Gesamtartikel zu den Missverständnissen über Hypnose (Link).

Außerdem gibt es einen interessanten ausführlichen Blog zum Thema Verbrechen und Hypnose:

http://hypnoseverbrecheninfo.wordpress.com/2010/04/07/hypnose-verbrechen