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Hypnosystemische Ansätze

Was verstehen wir bei Inhypnos unter dem Begriff „hypnosystemisch“? 

Der Begriff wurde in den 80er Jahren von Dr. Gunther Schmidt eingeführt und im Laufe der Jahre mehr und mehr ausgebaut und durch weitere Elemente und Ansätze, wie zum Beispiel aus dem Psychodrama und körperorientierten psychotherapeutischen Ansätzen, erweitert.Im Wesentlichen wird darunter die Integration von systemischen Ansätzen und Konzepten und der ressourcenorientierten Hypnotherapie des amerikanischen Psychiaters Milton H. Erickson verstanden.

Schmidt (2005): „Den Begriff ‚hypnosystemisch’ habe ich um das Jahr 1980 vorgeschlagen, um ein Modell zu charakterisieren, das versucht, systemische Ansätze für Psychotherapie und Beratung (Coaching, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung) mit den Modellen der Kompetenzaktivierenden Erickson`schen Hypno- und Psychotherapie zu einem konsistenten Integrationskonzept auszubauen.“

Systemische Ansätze betrachten den Menschen und sein Verhalten als eingebunden und abhängig von Wechselwirkungen eines Systems. Der Mensch ist Teil eines Systems (oder besser gesagt verschiedener Systeme) das er, egal ob er es will oder nicht, durch sein Verhalten beeinflusst und das wiederum ihn in seinem Verhalten und Empfinden beeinflusst. Jedes Mitglied eines Systems ist den Einflüssen dieses Systems und anderer Systemmitglieder ausgesetzt und übt seinerseits Einfluss aus. Jeder Mensch ist Teil eines kybernetisch vernetzten Systems, Teil eines „Ökosystems“. In der Tat erleichtern Kenntnisse über ökologische Wirkprinzipien in der Natur das Verständnis von systemischen Zusammenhängen und Wirkungsweisen beim Menschen erheblich.  

Aus systemischer Sicht macht es wenig Sinn, das Problem eines Menschen als isoliert und unabhängig von Interaktionen mit anderen Mitgliedern des Systems/der Systeme zu betrachten. Im Gegenteil: Jedes Problem und jede Lösung wird beeinflusst von den jeweiligen Systemen, in denen sich der Mensch, der dieses Problem erlebt, bewegt. Das ist ähnlich wie in einem komplexen Räderwerk: Wenn man an einem Rädchen dreht, bewegt sich alles, was damit in Verbindung steht.  

Für eine erfolgreiche Psychotherapie ist es daher oft wichtig, die Wechselwirkungen des Klienten mit dem System hinsichtlich des Problems und möglicher Lösungen (einschließlich bisheriger Lösungsversuche) einzubeziehen.  
Dabei spielt aber nicht nur das äußere System des Klienten eine Rolle, sondern in mindestens genauso bedeutendem Umfang sein inneres System. Darunter versteht man sowohl verinnerlichte Mitglieder des äußeren Systems (innere Stimmen von Eltern, Lehrern, Freunden usw.), als auch unterschiedlichste innere Bedürfnisse. Man spricht beim inneren System auch von verschiedenen Seiten oder Anteilen im Menschen. Arist von Schlippe prägte dazu den Begriff des inneren Teams.  

Schmidt (2005) führt folgende Gemeinsamkeiten in den Grundannahmen von Erickson’schen Grundannahmen und den systemisch-konstruktivistischen Modellen an:

  • Lebensprozesse werden als Ergebnis regelhafter Musterprozesse verstanden, das heißt, dass das Erleben des Menschen auf verschiedenen miteinander vernetzten und interagierenden Elementen besteht.

  • Lebende Systeme werden als sich selbst organisierend verstanden (vgl. Autopoiese, Maturana/Varela).

  • Um hilfreiche Veränderungen zu ermöglichen ist es nicht nötig, das gesamte mit dem unerwünschten Verhalten verbundene Verhaltensmuster zu ändern, sondern lediglich in bedeutsamen Teilen einen wirksamen Unterschied einzuführen. Dieser bewirkt dann durch die Vernetzung aller Musterelemente die gewünschte Veränderung.


Laut Schmidt wurden fast alle wichtigen Interventionen der systemischen Ansätze aus der Erickson’schen Hypnotherapie entwickelt.