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Geschichten

Geschichten und Metaphern spielen eine große Rolle in der ericksonschen Hypnotherapie. Solche Geschichten finden wir in allen Kulturen seit erdenklichen Zeiten. In Geschichten verkleidet sollen so auf interessante Weise bestimmte Botschaften übermittelt werden. 

Hier finden Sie metaphorische Geschichten zu unterschiedlichen Lebensthemen.

Weitere Informationen zur Bedeutung und Arbeit mit Metaphern und metaphorischen Geschichten finden Sie auf der Seite Metaphern in der Hypnotherapie.

 

Wer singt dein Lied?

Es wird von einem afrikanischen Stamm erzählt, in dem jeder Mensch sein eigenes Lied besitzt, ein Lied, das in diesem Menschen klingt und das Ausdruck seiner Seele, seines Lebens und seiner ganz eigenen Bestimmung ist. Und dieses Lied ist für jeden Menschen einzigartig, und klingt nur für ihn.

Wenn eine Frau schwanger ist, so erzählt man sich, geht sie mit den weisen Frauen des Stammes in die Einsamkeit der Natur, wo sie beten, meditieren und singen. Und aus dieser Zeremonie entsteht das Lied für das wachsende Kind im Bauch der Mutter.

Sie tragen das Lied in ihr Dorf und lehren es den anderen, sodass jeder das Lied des neuen Menschen kennt und singen kann, denn das tun sie dann zu vielen Gelegenheiten im Leben dieses Menschen: Zu seiner Geburt, zum Ritual des Erwachsenwerdens, zur Hochzeit – und wenn dieser Mensch schließlich wieder diese Welt verlässt und stirbt. Zu all diesen Ereignissen versammeln sich die Bewohner des Dorfes und singen dieses Lied.

Und es gibt eine weitere Gelegenheit, wenn das Lied eines Menschen der Gemeinschaft gesungen wird: wann immer es eine besondere Verfehlung gab, die Ausdruck dafür ist, dass diese Person sich vom Einklang mit ihrem Lied entfernt hat. Das Singen des Liedes erlaubt es ihr, sich zurückzubesinnen und das Lied wieder fröhlicher, kräftiger und harmonischer in sich schwingen zu lassen.

Es gibt keine Bestrafung, niemanden der einen verurteilt – nur die liebevolle und mitfühlende Erinnerung an den Einklang mit dem eigenen Lied und der ganz persönlichen Bestimmung. Wenn wir im Einklang mit unserem Lied sind, sind wir im Einklang mit allem und können unser Einssein mit allem auf tiefe Weise verstehen.

Vom Geist der Wahrheit

Auf einer seiner Wanderungen begegnete Jesus, der im Islam Isa ibn Maryam genannt wird, eines Tages einer Gruppe von Menschen, die am Straßenrand saßen und sehr unglücklich aussahen.
Jesus wandte sich voller Mitgefühl an sie und fragte:
„Was fehlt euch? Was ist es, worunter ihr so sehr leidet, dass ihr so unglücklich ausseht?“
Traurig blickten sie ihn an, fast keiner Antwort fähig. Da Jesus sie weiter freundlich und auffordernd anschaute, erklärte schließlich einer von ihnen:
„Die Angst vor der Hölle hat uns so werden lassen. Wir fürchten die Hölle so sehr, dass es uns lähmt, und vor lauter Furcht und Aussichtslosigkeit hat uns das Unglück verzehrt. So leben wir schon heute als wäre unser Leben die Hölle, aber wir sind zu unglücklich und zu furchtsam als dass wir noch etwas daran ändern könnten.“
Jesus ging weiter seines Weges und es dauerte gar nicht lange, da begegnete er einer anderen Gruppe von Menschen, die sich trostlos und kraftlos am Rande des Weges aufhielten. Sie verharrten dort in unterschiedlichsten Haltungen, manche lagen, andere hockten, wieder andere standen kraftlos und niedergeschlagen an einen Baum oder eine Mauer gelehnt.
Jesus fragte auch sie:
„Was fehlt euch? Worunter leidet ihr, dass ihr so trostlos ausseht?“
Dies antworteten ihm:
„Es ist die Sehnsucht nach dem Paradies, die uns so werden ließ.“
Als er seine Reise eine Weile fortgesetzt hatte, begegnete Jesus einer dritten Gruppe von Menschen. Sie sahen aus, als hätten sie viel in ihrem Leben durchgemacht und viel Schweres erlebt. Dennoch strahlten ihre Gesichter eine unerschütterliche Lebensfreude aus.
So fragte denn auch diese Menschen nach der Ursache ihres Befindens, und sie antworteten ihm:
„Es ist der Geist der Wahrheit, der uns so werden ließ. Wir haben die Wirklichkeit gesehen, und das war wichtiger alles andere! So haben wir schließlich geringere Dinge vergessen.“

Der Fluss und der Wüstensand

Es gab da einmal diesen riesigen Fluss. Als kräftiger Strom floss er durch die Lande, sammelte all die Wasser der kleineren Flüsse und Bäche, was ihn noch mächtiger machte. Mit Stolz schaute er darauf zurück, welche Hindernisse er auf seinem Weg bereits überwunden hatte – Berge, Auen, Städte, und nicht selten war es ihm gelungen durch stetige Kraft und Zähigkeit, neue Wege zu bahnen, Bäume fortzuspülen, ja sogar Brücken und Häuser einzureißen, wenn sie sich seiner Macht entgegen warfen.
So war es nur zu natürlich, dass er sich schließlich mit ganzer Inbrunst der Weite des endlosen Sandes widmete, als er auf seiner Reise an eine große Sandwüste gelangte.
So sammelte er seine gewaltigen Fluten und begann mit ganzer Kraft in die Wüste zu strömen. Doch die Wüste ist weit und die Sande tief, und wie sehr er sich auch bemühte, es gelang ihm nicht, sie zu durchqueren. Hoffnungslos versickerte die Brandung im hungrigen Sand. Wieder und wieder schickte der Fluss seine Fluten, und wieder und wieder verschwanden sie bald darauf im bodenlosen Schlund der Wüste.
Der Wind hatte ihn schon eine ganze Weile beobachtet, als er sich schließlich an ihn wendete und sagte: „Wie du siehst, ist all deine Anstrengung umsonst. Dies ist nicht der Weg auf dem jemand wie du die Wüste zu durchqueren vermag… Doch wenn du mir vertraust, so werde ich dich hinübertragen!“
Doch der Fluss achtete nicht auf ihn und schickte seine Wasser weiter fruchtlos in die Weiten des Sandes, wo sie wie zuvor im Boden versanken. Er, der mächtige Fluss, nahm all seine Kräfte zusammen, doch diesem Hindernis schien er tatsächlich nicht gewachsen zu sein.
Wieder sprach zu ihm der Wind: „Gib es auf und vertraue mir! Ich werde dich hinüber tragen und dich jenseits der Wüste wieder loslassen.“
Da antwortete ihm der Fluss: „Wieso sollte ich dir vertrauen? Was könntest du bewirken, wenn ich, der mächtige Fluss, dieses Hindernis nicht selbst überwinden kann?“ Fast wütend stürzte er sich wie zur Bestätigung seiner Antwort weiter den endlosen Sanden entgegen. So mühte er sich wieder eine ganze Weile, bis sich der Wind erneut an ihn richtete:
„Siehst du nicht selbst, wie sinnlos all deine Anstrengungen sind? Wenn du dich ganz einfach in mir auflöst, werde ich dich hinüber tragen. Du brauchst nichts weiter zu tun, du kannst es einfach geschehen lassen und ich werde dich sicher und sanft drüben, weit hinter dem Horizont, in den fernen Bergen wieder loslassen.“
Doch der Fluss war weiter skeptisch. Er, der schon so viele Schwierigkeiten überwunden hatte, soll sich nun einem Luftikus wie dem Winde ausliefern? „Wie soll ich dir vertrauen?“, fragte er den Wind. „Wie soll ich loslassen und nichts mehr tun, damit du mich tragen kannst? Und wie sollte ich vertrauen, dass du mich sicher und wohlbehalten hinüberträgst und mir die Freiheit wieder gibst, damit ich wieder der sein kann, der ich war?“
„Du kannst nicht der bleiben, der du warst!“, erklärte der Wind. „Wenn du so weiter machst, kannst du vielleicht irgendwann ein Sumpf in der Wüste werden, aber als Fluss geht es hier nicht weiter!“
Noch einmal stößt er mit mächtigen Schüben seine Fluten in den Sand, wo sie ebenso sinnlos versickern wie zuvor.
Der Wind begann ihn zu streicheln, ganz sanft und flüsterte: „Lass dich von mir umschlingen und spüre, wie angenehm es ist, getragen zu werden und nichts mehr zu tun, nichts mehr zu denken, nichts mehr zu wissen, bis du sicher und wohlbehalten von neuem beginnen kannst. Wir werden schweben, und wirst merken, wie angenehm das ist, immer leichter und leichter zu werden, all die unnötigen Anstrengungen und den unnötigen Ballast zurückzulassen. Dann wirst du auf völlig neue Weise deinen Weg finden.“
Doch noch einmal sammelte der Fluss zum letzten Male all seine Kraft und sendete die wallenden Fluten der Wüste entgegen. Doch als es auch dieses Mal vergebens war und die Wasser erneut im feinen tiefen Sand versickerten, gab er schließlich auf. Völlig erschöpft und müde ließ er sich nun vom Wind ergreifen, der sanft über ihn hin strich und nach und nach die Wasser in sich aufnahm. Sanft und schwerelos steigt er mit dem Wind hinauf, höher und höher hinauf, verschmolzen. Sie überquerten die Wüste, die tief unter ihnen brannte, bildeten luftige Wolken, die leicht und spielerisch dahinglitten, erst einzelne, dann immer mehr, die sich nach und nach zu immer größeren Wolkenmassen verdichteten.
Und der Wind tug sie dahin, weiter und weiter der Ferne entgegen, bis sie schließlich die großen Berge erreichten. Höher und höher stiegen sie dort, und die Wolken wurden immer dichter und schwerer, bis sich schließlich tausende, millionen kleinster Tröpfchen zusammendrängten – ganz von selbst, ohne dass sie etwas täten –, sich weiter verdichteten und zusammenschlossen zu immer größeren Tropfen, die schließlich so schwer wurden, dass sie nach und nach begannen, sich von einander zu lösen und der Erde entgegenzustreben.
Voller Energie begann der Himmel zu donnern und zu leuchten und lud nun die Wolken ein, loszulassen, sich zu ergeben und einer weiteren Veränderung zuzustimmen, einer weiteren Verwandlung, die der Beginn eines neuen Kreislaufs ist.
So begann es schließlich in kraftvollen Strömen zu regnen. In trudelndem Tanz ließen sich die unzähligen Tropfen der Erde entgegenfallen, sanken tiefer und tiefer, bis sie bald die Erde erreichten, auf den Boden sanken, der sie dankbar aufnahm.
Dort sanken sie weiter, tiefer und tiefer, ganz von selbst, einem unbekannten neuen Ziel entgegen, in die Tiefe der Erde hinein. Unzählige Tropfen hatten sich vereinigt, flossen mehr und mehr zusammen, vereinigten sich, um gemeinsam diesem unbewussten Ruf zu folgen, einer inneren Bestimmung der sie vertrauen, weiter tiefer sinkend, zusammenströmend, bis sie wieder den Weg zurück zur Quelle finden, den Weg ins Licht. Und die Quelle beginnt zu sprudeln voller Lebenslust und Frische, gleitet die Rinnen und Schluchten des Berges hinab, wo sich die Wasser mit dem Wasser anderer Quellen vereinigen, mit einander verschmelzen, zu Bächen werden und schließlich einen neuen Fluss, einen Strom erschaffen.

Das Land der Wahrheit

Ein Mann war viele Jahre auf der Suche nach dem, was sich jenseits zu befinden schien, von dem was wir üblicher Weise als Wahrheit in unserem Leben wahrnehmen.
Er begab sich auf die Suche nach weisen Lehrern, las viele Bücher und Schriften und nahm an einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppen teil, die auf dem gleichen Weg zu sein schienen, wie er. So machte er die unterschiedlichsten Erfahrungen mit zahlreichen spirituellen Praktiken. Manchmal erfüllte es ihn sehr, manchmal verwirrte es ihn aber auch. Manchmal machte er Erfahrungen von Ekstase, manchmal von tiefen Abgründen. Nie fand er wirkliche dauerhafte Erfüllung.
Eines Tages traf er einen grün gekleideten Herrn im Garten eines Hauses. Es war al-Khidr, der Grüne, der weise Führer, einer der nie gestorbenen vier Propheten.
Dieser nahm ihn mit sich, und sie kamen an einen Ort, an dem sie Menschen begegneten, die in großer Not und Verzweiflung waren. Er fragte sie, was ihnen fehle, weshalb sie so voller Not und Verzweiflung wären. Sie antworteten:
„Wir gaben unsere Ziele auf und folgten nicht den wahren Lehren. Stattdessen folgten wir den falschen Lehren, die uns kein Verdienst brachten.“
Al-Khidr führte den Mann weiter, an einen anderen Ort. Dort trafen sie Menschen, die fröhlich waren, gut aussahen und rundum glücklich zu sein schienen. Als er sie fragte, wie käme, dass sie so glücklich und fröhlich seien, antwortete man ihm:
„Wir kümmerten uns nicht um die Zeichen des wahren Weges.“
„Aber wie kommt es dann,“ wollte der Mann wissen, „dass ihr so glücklich seid?“
Sie teilten ihm mit:
„Weil wir Glück anstelle von Wahrheit wählten.“
Verwundert schaute der Reisende sie an und fragte nach:
„Aber ist Glück denn nicht das Wichtigste für den Menschen und das Gleiche wie Wahrheit?“
Sie erklärten ihm:
„Das wahre Ziel des Menschen ist Wahrheit. Die Wahrheit steht weit über dem Glück! Wenn du die Wahrheit erkennst und lebst, so steht dir alles andere offen. Dann kannst du jedes Gefühl, jedes Erleben leben, dass du möchtest.
Wir haben geglaubt wie du und so getan, als ob Glück gleich Wahrheit wäre und Wahrheit gleich Glück. So irren sich viele Menschen in dieser Sache. Aber mit Glück allein bist du nicht wirklich frei. Was tatsächlich bedeutsam ist, ist die Wahrheit um ihrer selbst willen. Glück macht dich zu ihrem Sklaven.
Als sie sich später wieder in jenem Garten befanden, fragte der Sucher Khidr:
„Warum bin ich in meiner Suche gescheitert und was kann ich nun tun?“
„Weil du unehrlich und ein Lügner gewesen bist, hast du fast dein ganzes Leben verschwendet.“ antwortete der Grüne ihm. „Statt die Wahrheit zu suchen, hast du nach persönlichem Glück und Zufriedenheit gesucht.“
Die Sehnsucht, die der Mann nun empfand, die Wahrheit endlich zu finden, war groß und tief, dass es ihn fast überwältigte.
„So werde ich von nun an dir folgen“, sagte er dem Weisen, aber der entgegnete:
„Du musst den weiteren Weg ohne mich gehen, denn ich gehe zurück in die gewöhnliche Welt. Das ist die Welt des Betruges und der Lügen, an der ich meine Arbeit zu tun habe. Doch das ist nicht mehr deine Welt.“  

Wie man einen Affen fängt

Wissen Sie, wie man der Fabel nach in Indien Affen fängt? Man setzt einen schweren Krug mit Reis in eine Waldlichtung und bindet ihn fest. Dann verstecken sie sich am Rande der Lichtung.

Wenn der Affe kommt und in den Krug greift um sich den Reis herauszuholen, fangen die Jäger an zu schreien und zu brüllen und stürmen auf den überraschten Affen los. Der versucht natürlich zu entkommen und fortzulaufen, zerrt und reißt an dem Krug, aber er kriegt seine Hand nicht heraus, die immer noch krampfhaft den Reis festhält und so zu groß ist um durch den schmalen Hals des Gefäßes zu passen. Er hat gelernt dass es wichtig ist seine Nahrung festzuhalten, wenn er sie einmal in der Hand hält.

 

Suchen am richtigen Platz

Eines Tages hatte Tom seine Brieftasche verloren und suchte verzweifelt in allen Taschen nach ihnen. Immer wieder fasste er hinein, kehrte das Innere nach außen, doch ohne jeden Erfolg. Sein Freund Jerry beobachtete das und fragte ihn, wonach er denn suche.

"Ich habe meine Brieftasche verloren und immer wieder in allen Taschen nachgesehen, - außer einer. Ich kann sie nicht finden." Verwundert fragte ihn daraufhin Jerry: "Ja, aber warum schaust du denn dann nicht endlich in jener letzten Tasche nach?" Tom antwortete ihm: "Wenn ich sie dort auch nicht finde falle ich auf der Stelle tot um!"

Wahrheit und Verdienst

Ein frommer Mann, gehörte einer strengen Derwish-Schule an, der er sich mit ganzer Inbrunst widmete. Als er eines Tages am Ufer eines großen Sees entlang ging, vernahm er wie jemand den entscheidenden Derwischruf rief und bemerkte, dass dieser nicht korrekt ausgesprochen wurde. Er lauschte dem dem Klang des Rufes nach und bemerkte, dass er von einer Insel im See kam. Dem Manne muss ich helfen, dachte er bei sich, denn so wie der das ausspricht, funktioniert das nicht und ist völlig wertlos. Er nahm sich ein Boot und ruderte zur Insel. Dort angekommen, teilte er dem Übenden Einsiedler mit, dass er die Silben falsch ausspreche und lehrte ihn die richtige Weise. Dankbar nahm der Einsiedler die Informationen auf. Der fromme Mann verabschiedete sich und ruderte zurück. Er war zufrieden und glücklich darüber, dass er jemanden in der rechten Weise unterrichtet und sich selbst somit ein großes Verdienst erworben hatte. Das würde ihn seiner eigenen Verwirklichung näher bringen, und hoffentlich auch bald befähigen, über das Wasser verlaufen – ein Verdienst, dass man sich erwarb, wenn man jene heiligen Silben aufmerksam und in der rechten Weise wiederholte.
Er lauschte hinüber zur Insel, aber es war lange nichts zu hören, bis er den Ruf wieder auf die alte fehlerhafte Weise rezitiert hörte. Wie wenig belehrbar doch die Menschen waren, ging es ihm durch den Kopf. Während er noch weiter darüber sinnierte, schaute er sich um, und was er sah, verwirrte ihn über die Maßen. Der Einsiedler kam auf dem Wasser gehend auf ihn zu. Bei ihm angekommen entschuldigte er sich für die Mühe, die er dem Anderen bereite und bat ihn, er möge ihm doch bitte noch einmal die korrekte Aussprache lehren, er habe fürchterliche Schwierigkeiten sie sich zu merken.

Natürliches Fließen - Eine verschachtelte Metapher für die Hypnotherapie

Eine verschachtelte Metapher mit der Anregung, beziehungsweise der Botschaft von „Geschehen lassen,“ „Natürliches Wachsen“ und „Alles hat und braucht seine Zeit“.
"Verschachtelte Metaphern" sind eine Technik, bei der Geschichten/Metaphern so ineinander verschachtelt sind, dass man eine Geschichte erzählt, sie aber vor dem Ende abbricht und mit der Erzählung einer weiteren Geschichte beginnt, auch diese nicht ganz zu Ende erzählt und so weiter. Auf diese Weise beginnt man etwa 4 bis 5 Geschichten ohne sie zu Ende zu erzählen. Diese Geschichten sollten auf die jeweilige Botschaft ausgerichtet sein, die wir in der Trance vermitteln wollen. Die Verwendung von hypnotischen Sprachmustern, einschließlich der Verwendung der Einstreutechnik, ist dabei eine Methode, die das Ganze in seiner Wirkung erheblich verstärkt.
Nachdem wir diese Geschichten begonnen haben, schieben wir wichtige hypnotische Interventionen ein. Dies kann eine ganze therapeutische Arbeit sein, oder einzelne zweckdienliche Suggestionen.
Die verschachtelte Metapher ist einerseits ein wirkungsvolles Mittel, eine Trance zu induzieren oder zu vertiefen, andererseits fördert sie eine Amnesie für die Arbeit/Suggestionen, die wir dazwischen schalten, bevor wir alle Geschichten (nun von hinten aufrollend) zu ihrem Ende führen.
Hier also ein Beispiel (das man beliebig ausbauen und ausarbeiten könnte), zum Thema "Dinge geschehen lassen", "Sich Zeit lassen", "Die Dinge haben ihre Zeit" usw.:
Weißt du, es gibt so viele Geschichten, die du genießen kannst du es genießen zu entspannen und zuzuhören ... darauf vertrauend, dass sich alles zur rechten Zeit entwickelt – oder zur linken – oben oder unten, oder wo immer du als erstes am meisten Entspannung wahrnimmst. So ist’s gut …! Entspannen, genießen, loslassen, und ich weiß, du tust es … Entspannung, manchmal verwirrend ... Von selbst... während du hier ruhst ... meiner Stimme lauschend ... mal mehr, mal weniger... ganz einfach deine Zeit... dir Raum nehmend... deine Zeit ist... für Entspannung und ... ganz einfach dich selbst ... (usw., dem Ericksonianer gut bekannt – oder du verwendest zunächst ganz einfach eine beliebige andere Induktionstechnik, okay?)
1.) ... Mein alter Zen-Lehrer liebte es, uns immer wieder die folgende Geschichte zu erzählen, die ich nie vergessen werde: In seiner Jugend war es sein größter Wunsch, einer der besten Schwertkämpfer zu werden und er war bereit, alles auf sich zu nehmen, was nötig sein sollte. Er hatte viele Geschichten über die alten japanischen Meister gelesen und war ganz besessen davon, dem alten Weg zu folgen. So begann er zu suchen … den besten Meister zu suchen, der ihn lehren könnte. Er fragte alle möglichen Leute von denen er glaubte, dass sie ihm weiterhelfen könnten, aber ohne Erfolg.
Du wirst niemals einen in diesem Land finden, in diesem Land in dem du lebst, sagte er schließlich zu sich selbst. Du musst zum Ursprung zurückkehren – in das Land des Ursprungs, nach Japan, falls du jemals das finden willst, was du willst!
So begann er sehr hart zu arbeiten, Tag und Nacht, um das Geld für die Reise zu verdienen, und nach Monaten, oder waren es Jahre? erreichte er schließlich das Ursprungsland des Schwertkampfes, dort, wo Schwertkampf mehr bedeutete als kämpfen und eine Technik beherrschen, dort, wo das Schwert ein Zeichen für innere Weisheit war, ein Zeichen für das Erreichen des höchsten Ziels … Japan, dieses Land, das so weit fort zu sein schien wie sein Ziel ...
Er war stolz auf seine Kraft und war sich sicher, jetzt, wo er angekommen war, hier, würde er den Meister finden, nach dem er suchte. Aber er brauchte Monate ... Jahre, bevor er schließlich den Menschen fand, der der Richtige zu sein schien, um ihn zu unterrichten. Er hatte schon aufgeben wollen, aber nun würde alles gut werden!
Ich will dich nicht mit all den Einzelheiten und Hindernissen langweilen, die er zu überwinden hatte, um dorthin zu kommen, aber ich kann dir sagen, wie sehr ich seinen Einsatz und sein Durchhaltevermögen schätze ...
Wie auch immer, erreichte er schließlich nach vielen Strapazen das Haus des Meisters, wie wir es in so vielen Geschichten lesen können. Er stand draußen und klopfte. Innen hörte er den Meister antworten und so ging er hinein. Innen fand er den Meister und so brachte er seine Bitte vor, erzählte dem Meister im Innern dieses Hauses, dieser bescheidenen Hütte, von seinem Traum und der langen Reise die es ihn gekostet hatte hierher zu kommen.
Der Meister hörte ihm aufmerksam zu, so wie man es nicht anders von einem alten, weisen Menschen erwarten würde und wie es in so vielen Geschichten erzählt wird. Schließlich antwortete er: Junger Mann, weißt du wonach du verlangst? Niemand hat es jemals geschafft, solch eine Meisterschaft zu erreichen ohne mindestens zwanzig Jahre mit täglichem harten Training zu verbringen – mindestens vier Stunden täglich! Willst du wirklich dein Leben für solch einen Quatsch verschwenden, den heute niemand mehr braucht – den Kampf mit dem Schwert? Der Schüler sah verwirrt drein und schaute den alten Meister bestürzt an. Wie konnte der so reden ...?
Was wenn ich doppelt so viel trainiere? – Acht Stunden am Tag! Wie lange wird es dann dauern? fragte er verzweifelt. – Dann wird es vierzig Jahre dauern! bekam er zur Antwort und es war, als risse es ihm den Boden unter den Füßen fort …
2.) Ich habe einen guten Freund, weißt du, den viele für ein wenig verrückt halten, aber ich weiß, dass er nicht im geringsten verrückt ist, aber er hat diese Fähigkeit, die für einige Leute sehr fremd ist – er spricht mit Vögeln! Nicht so, wie manche Leute zu ihren Haustieren sprechen, oder zu den Zimmerpflanzen. Er kommuniziert wirklich mit ihnen und bekommt Antworten. Oft sind es wirklich wertvolle Antworten, und ich habe es auch einmal versucht, als ich bei ihm war. Aber wie sehr ich mich auch anstrengte, es wollte mir nicht gelingen. Mein Freund sah mir voll Vergnügen zu und lächelte vor sich hin, sodass ich fast wütend wurde, weil ich dachte, er würde mich verspotten. Doch er beruhigte mich und erklärte mir: Du willst es zu sehr und strengst dich zu doll an! So funktioniert das nicht. Du kannst nur bereit sein und es zulassen, dann verstehst du plötzlich, verstehst du … es geschieht von selbst!
Mein Freund hatte einmal ein sehr merkwürdiges Erlebnis: Eines Tages beobachtete er, wie ein Vogel direkt gegenüber von seinem Wohnzimmerfenster ein Nest in dem Apfelbaum baute. Er konnte all die fleißigen Aktivitäten beobachten, bis das Nest schließlich fertig war. All die Zeige, die von hier und dort zusammengesammelt wurden, kleine Federn, Grashalme, selbst die Haare der Pferde von der Weide, damit das Nest schön angenehm und weich wurde. Sorgfältig fügte der Vogel alles zusammen, bis er schließlich anfing zu brüten. Einige Tage lang saß der Vogel ganz still und ruhig auf dem Nest, offensichtlich, um Eier zu legen und zu brüten. Aber die Zeit verflog sehr schnell, so wie es manchmal geschieht, wenn man sehr beschäftigt ist oder ganz einfach vor sich hindöst, und eines Morgens sah mein Freund wie der Vogel begann mit dem Schnabel auf die Eier einzupicken. Was zum Teufel soll denn das? fragte er sich, lief aus dem Haus und fragte den Vogel: Was, um Himmels Willen, tust du da? Weißt du nicht, dass du die Eier kaputt machst?
Natürlich weiß ich das, sagte der Vogel, aber du scheinst nicht zu wissen, dass meine kleinen Kindchen da drin sind! Ich helfe ihnen herauszukommen. Weißt du, ich bin so aufgeregt und neugierig wie es ihnen geht und wie sie aussehen – ich glaube es ist höchste Zeit, das sie herauskommen anstatt dort drinnen zu bleiben…
3.) Es gibt da einen Witz, der mir bei der Gelegenheit gerade einfällt, über den Gärtner, der immer an den Pflanzen zog, damit sie schneller wachsen sollten … Hast du eine Ahnung ...!?
4.) Neulich habe ich einen Film über das Leben von Bären im Fernsehen gesehen. Das sind wirklich gemütliche Tiere, findest du nicht? Aber nicht nur gemütlich, wie jedermann weiß. Sie scheinen alle Zeit der Welt zu besitzen … Erinnern mich an BALU aus dem Dschungelbuch …
Es gibt viele Tiere, die einen Winterschlaf halten, den ganzen Winter über schlafen, um sich auszuruhen und die karge Winterzeit zu überwinden, mit den süßesten Träumen wahrscheinlich, ohne sich auch nur im geringsten Sorgen zu machen was draußen vor sich geht …
Kannst du dir das vorstellen? Einen ganzen Winter lang schlafen? Schlafen ...! Tief und fest! Und trotzdem jederzeit mitbekommen, wenn es warm wird und der Frühling lockt... rechtzeitig aufwachen, wenn es Zeit ist ... der Natur folgen ... ganz natürlich ... Weil ein Bär weiß ...
Aber was ist letzten Endes schon der Unterschied zwischen einem nächtlichen Schlaf und dem eines ganzen Winters? Während wir schlafen, gibt es für uns keine Zeit … Ein Tag vergeht, und wir wissen, dass es Zeit ist, auszuruhen. Der Morgen kommt, und wir tun, was getan werden muss. Es gibt Blumen, die ihre Blüten über Nacht schließen und sie wieder öffnen, wenn sie die Sonnenstrahlen des neuen Tages spüren. Und wenn die Zeit im Herbst gekommen ist, wissen die Bäume, dass es Zeit ist, die Energie zurückzuziehen, die Blätter loszulassen und darauf zu vertrauen, dass es im nächsten Frühjahr ein neues Beginnen, einen neuen Anfang geben wird. So gibt es nichts zu tun … bis der Frühling kommt und die Sonne anfängt den Schnee zu schmelzen und Platz zu machen für all die wunderbaren Blumen und das frische Grün. Und alle Flüsse und Bäche schmelzen unter der Wärme der Sonnenstrahlen, beginnen in Fluss zu geraten, schmelzen, ganz natürlich und automatisch, ohne dass sie etwas dazu zu tun brauchten.
Hier können nun sehr wirkungsvoll posthypnotische Suggestionen oder andere Interventionen einfügt werden oder eventuell therapeutische Arbeiten durchgeführt werden, die eine Amnesie sinnvoll machen.
(Zum Schluss wird die Schleife der verschiedenen Metaphern/Geschichten wieder geschlossen, was die Wahrscheinlichkeit einer Amnesie verstärkt. Wir können sie auch durch zusätzliche Suggestionen zum Vergessen erhöhen.)
4.) Der Bär weiß, dass auch er rechtzeitig aufwachen wird. Er folgt vertrauensvoll seiner Natur, dem Strom der Zeit, entspannt, ruhend, erlaubend … Ganz gleichgültig, ob es sehr früh Frühjahr wird oder sehr spät ... Ein Bär weiß, wie auszuruhen und aufzuwachen ...
3.) Der Gärtner mag so heftig ziehen, wie er will, seine Pflanzen wird er nicht dazu bringen schneller zu wachsen geschieht ganz von selbst... jetzt... sondern sie eher ausreißen. Die Pflanzen selbst trauen sich dass sie wissen, wie man wächst. Was wäre, wenn er sie stattdessen wässern und düngen würde, oder – wie mein Freund, der mit den Vögeln spricht – freundlich mit ihnen sprechen würde, und wie sie trauen … und ausruhen … und warten … den Dingen ihre Zeit lassen, um sich zu entwickeln … wachsen … vertrauensvoll …
Natürlich weiß jeder Gärtner, dass er auf das Wachstum der Pflanzen vertrauen kann und ihnen nur Zeit zu geben zu wachsen, Wasser ... ein wenig Zuwendung vielleicht … weil jedes Ding seine eigene Zeit hat … Wissen ... vergessen ... träumen ... neues Verstehen lernen ...
2.) Am anderen Tag waren alle Eier des verrückten Vogels zerstört und die Küken gestorben. – Es war nicht die richtige Zeit für sie gewesen. Wie groß das Verlangen ihrer Mutter auch immer gewesen sein mochte ... Verlangen ... sehnen ... wachsen ... ganz von selbst ...
Die machte viel Geschrei, wie wir das kennen ... so leicht vergessen ... zur rechten Zeit erinnern ... hüpfte wie verrückt herum und beklagte sich über ihr schreckliches Schicksal … obwohl sie eigentlich weiß ... auch du weißt und kannst ... nicht wahr ... früher oder später ... nicht nötig jetzt schon zu wissen ...
1.) Mein Zen-Lehrer machte an dieser Stelle immer eine lange bedeutsame Pause, bevor er mit der Geschichte fortfuhr. Ich bin stark! Ich habe einen starken Willen um mein Ziel zu erreichen und ich habe großes Durchhaltevermögen ...! erwiderte er schließlich dem großen Meister.
Wissen Sie, ich habe diese ganze lange und beschwerliche Reise nur gemacht, um Sie zu treffen und um zu lernen. Ich habe bereits so viel erduldet, dass ich bereit bin, alles zu tun, was nötig ist! Wie lange werde ich brauchen, wenn ich den ganzen Tag trainiere – sechzehn Stunden am Tag? ... Vierundzwanzig Stunden ... Den ganzen Tag. –

Dann wirst du niemals Erfolg haben, bekam er zur Antwort, sondern sterben, bevor du das Ziel erreichst ...!
Mein Lehrer war schockiert, frustriert, hilflos... wir alle kennen das, nicht wahr? Und dann fällt es uns schwer zu glauben, wenn uns jemand sagt: Auch du hast eine Chance! Jetzt, in diesem Augenblick – Veränderung geschieht ... Auch wenn 24 Stunden am Tage ... ihre eigene Zeit ... von selbst ... vertrauen ...!
Dennoch ist er dageblieben, aber er hat nie das Schwertkämpfen gelernt, weißt du? Was er stattdessen lernte, war, wie die Pflanzen wachsen, die Vögel singen und der Bär dem Rhythmus der Natur folgt …
Sie können eine solche Trance beliebig verändern oder ergänzen, je nachdem , was das jeweilige Ziel ist.
Und verschachtelte Metaphern (richtig und individuell angewendet) können sehr tief gehen und zu sehr tiefen Trancen führen.
(Es soll ja immer noch Leute geben, die glauben, dass man tiefe Trancen nur durch direkte traditionelle Techniken bewirken könnte. – Welch rührender Irrtum ...)